13 Kommentare
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Avatar von Tillnitus

„Alternative Erklärungen (z.b. …) wurden nicht untersucht. Alternative Erklärungen wurden nicht untersucht.“ - Abschnitt Lilienthal.

Wenn es gleich zwei Mal da steht muss es wahr sein.

Avatar von Sebastian Tillmann

Doppelt hält bekanntlich besser. Wird natürlich korrigiert ;)

Avatar von Tillnitus

Jetzt habe ich den Rest auch teilweise gelesen. Ich halte den Kritikpunkte der fehlenden Evidenz in einem geisteswissenschaftlichen Diskurs für unangebracht. Diese Kritik muss sich fast das gesamte Feld der Geisteswissenschaften gefallen lassen. Wenn man das weiter denkt können wir 95% der Forschung so weg wischen. In einem hoch komplexen Feld in dem man die wenigsten variablen stabil halten kann um genaue Aussagen zu treffen kann ich den Wunsch nach empirischer Evidenz zwar verstehen, aber bei realistischer Betrachtung nicht nachvollziehen.

Haben die Autoren der angebrachten fehlenden Evidenz sich so weit in den Diskurs eingebracht dass eigene Experimente zur empirischen Datenerhebung gemacht wurden?

Avatar von Sebastian Tillmann

Auch die Geisteswissenschaften müssen sich mMn nach der Realität stellen, d.h. nachweisen, dass ihre Ideen, Konzepte und Theorien dieser auch entsprechen. Das ist natürlich schwierig, keine Frage. Aber so lange diese Nachweise ausbleiben, sollten diese Theorien nur sehr vorsichtig in die Realität übertragen werden, d.h. wenn ich in Organisationen eine Intervention plane, sollte ich hier extrem vorsichtig sein mich auf reine Theorie zu verlassen. Und ja, die Autor*innen, die hier kritisieren, arbeiten regelmäßig experimentell und mit empirischen Daten.

Avatar von Tillnitus

Was haben denn die Autor*innen speziell vorgeschlagen um zu empirischer Evidenz in dem Thema zu gelangen? Das ist ja ein Dreh und Angelpunkt der Diskussion. Sollte dieser Vorschlag eines Experimentes ausbleiben schwächt das nicht nur die Kritik sondern auch den geleisteten Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs enorm. Das sollte berücksichtigt werden und entsprechend auch in Artikel auftauchen um Gegebenheiten umfassen darzulegen.

Avatar von Sebastian Tillmann

Das sehe ich tatsächlich ein bisschen anders. Ich sehe in erster Linie die Personen in der Verantwortung die notwendige Empirie zu erbringen, die eine Theorie postulieren, und nicht die Kritiker*innen. Denn letztendlich stellen hier Sue et al. und später Williams die Theorie auf, dass Mikroaggressionen in einer bestimmten Art und Weise existieren und dass sie einen Effekt auf Betroffene haben. Dies gilt es zu beweisen und das wurde bisher nicht ausreichend getan. Anders gesagt: Wer etwas vorschlägt, muss auch überzeugen.

Avatar von Tillnitus

Gebe ich erst mal recht. Ich denke trotzdem dass „bitte lösen sie ein fundamentales Problem der Geisteswissenschaften“ keine valide Kritik ist.

Avatar von Eckhard Umann

Personen in der Apophänie filtern ihre Problematik aus ihren Wahrnehmungen und zentrieren sich darauf. Hier handelt es sich um eine aggressive Beweislast-Umkehr.

Avatar von Deutsches Violett

Super Artikel, danke.

Avatar von Herbert Garbe

Interessant, aber bitte nicht Gendern!

Avatar von Sebastian Tillmann

Tatsächlich gendere ich, weil es eine Reihe von recht gut gemachten Studien gibt, die aufzeigen, dass Gendern einen positiven Effekt auf die Beteiligung von Frauen hat. Ursprünglich war ich, ähnlich wie sie, hier skeptisch, aber die Evidenz deutet hier in eine recht klare Richtung.

Avatar von Deutsches Violett

Ja, viele Ladies lieben das Gendern.

Avatar von Atia - your German Teacher

Ich denke das vor allem diejenigen die nicht davon betroffen sind, am wenigsten Anbiguität an den Tag legen. Seit ich erwachsen bin, kann ich - und alle anderen Menschen mit Migrationshintergrund, die ich kenne - sehr gut mit so genannten Microagressionen umgehen. Ich kann auch gut unterscheiden, wann jemand es aus ehrlichen Interesse fragt und wann jemand probiert mich in eine Schublade zu stecken. Ich denke, dass das für die meisten normal entwickelten Erwachsenen einfach zu unterscheiden ist. Ich würde gerne wissen wie eine (oder mehrere) Studie aussehen müsste um dich mit Sicherheit sagen zu können ob Microagressionen existieren. Dabei finde ich es eigentlich weniger interessant wie es "gemeint" ist. Denn ich denke, dass ist schwer in einer Studie nachzuahmen oder mit Sicherheit zu testen. Für mich persönlich hat es einen deprimierenden Effekt, der jedoch mit steigendem Alter abgenommen ist. Wahrscheinlich auch weil ich mich weniger mit Menschen umgeben, die so mit mir umgehen