Diskussion über diese Post

Avatar von User
Avatar von Eckhard Umann

Absolut dabei. Habe meine Diss 1982 geschrieben als die HU noch keine Drittmittel einbetteln musste - und es war eine Kontrolle einer auswärtigen Entdeckung, welche dabei relativiert wurde... Übrigens mein Prof hat alle meine Lit-Zitate manuell gegengeprüft und hätte mir einen Betrugsversucht um die Ohren gehauen. Die allererste Publ. zum Dilemma der Forschungsliteratur hat übrigens die Forschungsabteilung der Bayer-AG vor gut 20 Jahren auf den Weg gebracht (die hatten vermutlich ausreichend Autorität, sodass man man den Bericht durchstechen konnte). Sehr ernsthafte Ergänzung: Das Umschlagen der internen Publikationspolitik der Verlage zuungunsten der Autoren, vor welcher sich alle wegduckten (bin in den 50/60ger in Druckereien mit Bleidruck groß geworden und daher aus dem System ausgestiegen): Als man auf Textverarbeitungssysteme umstieg wurden die Autoren belogen, diese hätten ihren Texte nach strengsten Regeln vorformatiert abzuliefern, weil den Verlagen intern zu hohe Kosten entstünden (einscannen, automatisch formatieren, fertig...?). Nach einigen Jahren der Externalisierung dieser Arbeit gingen die Verlage dazu über, Honorar für das Entgegennehmen von Texten einzufordern. Es entstanden dann ja PubMed etc - zunächst als kostenfreie Alternativen, mittlerweile ebenfalls zu bezahlen... Die beiden großen Wissenschaftsverlage beherrschen den Markt und damit die Inhalte und sind hochprofitabel. War ein paar Jahr PeerReviewer und habe mich so kollegial wie möglich verhalten: Arbeit zeitnah gelesen, innerhalb einer Woche bewertet, dem Autoren meine Meinung vor Veröffentlichung geschickt... und wunderte mich über das lobende Feedback. Usus: 1/2a liegen lassen, kein Feedback geben, geheimnisvoll tun, zappeln lassen... düfte aber vom persönlichen Stil abhängen...

Avatar von Veronika

Dieser Artikel sollte großflächig veröffentlicht werden. Wir haben damals im Studium bereits über die Replikationskrise gelernt, 2012 war das. Es ist bei den theoretischen Infos geblieben, in der Forschungspraxis habe ich nichts davon erlebt. Danke fürs reflektierte und gut recherchierte darstellen! Wie ein anderer Nutzer bereits geschrieben hat, vielleicht mit dem Artikel an öffentliche Blätter herantreten?

4 weitere Kommentare …

Keine Posts

Sind Sie bereit für mehr?