Teil 2: Bourdieus Smartphone: Drei Mythen über digitale Manipulation
Und eine Klassenfrage, die zu kurz kommt
Warum die Smartphone-Debatte mehr über uns verrät als über die Geräte – und warum die Wissenschaft dahinter brüchiger ist, als wir denken.
Hinweis. Ich habe am 22.5. noch einen finalen Artikel zur Frage der Kausalität geschrieben und in diesem Zug die gesamte Reihe in Teil 1,2,3 umbenannt.
Was nach dem letzten Artikel passierte
Mein letzter Beitrag auf Nullhypothese zur dünnen Evidenzlage für pauschale Social-Media-Verbote hat mehr Rückmeldungen produziert als erwartet und gleichzeitig auf verschiedenen Plattformen eine, wie ich finde, sehr konstruktive Diskussion angestoßen. Manche Rückmeldungen waren zustimmend, manche skeptisch, und eine ganze Reihe mit konkreten Nachfragen: Aber was ist mit den Aufmerksamkeitsspannen? Und mit der Dopaminsucht? Reicht denn nicht schon das Handy auf dem Tisch, um die Konzentration zu ruinieren? Und was ist eigentlich mit dem Meta-Urteil aus Los Angeles, die haben doch jetzt gerichtsfest bestätigt, dass die Plattformen süchtig machen?
Das sind alles gute Fragen. Sie tauchen in der öffentlichen Debatte so regelmäßig auf, dass sie eine Art zweite Verteidigungslinie bilden: Wenn die Effektstärken der Wohlbefindens-Studien klein sind und die RCTs unter der Schwelle praktischer Bedeutsamkeit liegen, wie ich im letzten Artikel gezeigt habe, dann werden die Argumente eine Ebene tiefer verschoben. Auf die Aufmerksamkeitsspannen. Auf das Belohnungssystem. Auf die Manipulationspräzision der Tech-Konzerne. Auf die Sucht-Erzählung, die nun auch juristisch validiert sei.
In diesem Artikel räume ich erst diese Behauptungen auf. Drei davon sind empirisch klar entscheidbar: Aufmerksamkeitsspannen, Brain-Drain durch Handy-Präsenz, neurobiologische Sucht-Analogie. Sie verdienen klare Antworten. Im zweiten Teil dieses Artikel, ich markiere ich an entsprechender Stelle deutlich, werde ich dann spekulativer und frage: Worüber sprechen wir eigentlich, wenn die Sucht-These nicht hält? Was ist dann der eigentliche Grund für die Vehemenz der Verbotsforderungen? Diese zweite Hälfte ist meine Interpretation, nicht etablierte Wissenschaft. Aber sie scheint mir die Debatte besser zu erklären als die offiziell verlautbarten Gründe.
Beginnen wir mit dem Aufräumen.
Das Meta-Urteil und die Sucht-Erzählung
Im März 2026 hat eine Geschworenenjury am Los Angeles Superior Court Meta und Google für haftbar befunden. Sechs Millionen Dollar Schadensersatz, davon drei kompensatorisch, drei als Strafzahlung. Die Klägerin, in den Gerichtsdokumenten als K.G.M. anonymisiert, eine inzwischen Zwanzigjährige aus Kalifornien, hatte argumentiert, Instagram und YouTube seien gezielt suchterzeugend gestaltet worden und hätten ihre Depression und Suizidgedanken als Jugendliche mitverursacht. Die Jury folgte ihrer Darstellung.
Das Urteil ist als als Testfall konzipiert, der die Richtung für rund zweitausend anhängige Fälle vorgeben soll, dazu kommen Klagen von 33 US-Bundesstaaten. Im April 2026 hat das Massachusetts Supreme Judicial Court entschieden, dass Section 230, das berühmte Plattform-Immunitätsgesetz, solche Design-Klagen nicht blockiert. Eine juristische Welle ist in Bewegung gekommen, und sie wird politisch und regulatorisch nachwirken.
So weit, so klar. Aber wenn man die Gerichtsakten genau liest, denn die Klageschrift des Social Media Victims Law Center ist öffentlich zugänglich, dann fällt eine ganz bestimmte Sprache auf. Die Plattformen, heißt es dort wörtlich, seien „bewusst so gestaltet worden, dass sie bei Kindern auf dieselben neurologischen Belohnungskreisläufe wirken wie Nikotin, Alkohol oder Kokain”. Variable Belohnungen, intermittierende Verstärkung, Dopamin-Manipulation, Slot-Machine-Logik. Die Schadensgeschichte, die der Jury präsentiert wurde, basiert auf einer ganz spezifischen wissenschaftlichen Erzählung: dass Social Media eine neurologisch fundierte Sucht erzeugt, vergleichbar mit Substanzabhängigkeit.
Hier hilft eine wichtige Unterscheidung. Geschworene sind keine Wissenschaftler, und juristische Kausalität ist nicht epidemiologische Kausalität. Eine Jury entscheidet auf Basis der vor ihr präsentierten Erzählungen, nach der Beweislastregel der „überwiegenden Wahrscheinlichkeit”. Das ist eine andere Schwelle als wissenschaftliche Evidenz. Wenn die Erzählung in der Fachwelt deutlich umstrittener ist, als die mediale Rezeption vermuten lässt, dann zementiert das Urteil eine Erzählung, bevor sie wissenschaftlich bestätigt ist. Und es zementiert sie mit der Autorität eines Gerichts.
Damit zu den drei zentralen empirischen Behauptungen, auf denen die Erzählung ruht.
Mythos 1: „Unsere Aufmerksamkeitsspannen schrumpfen”
Die Behauptung ist allgegenwärtig: Smartphones, Kurzvideos und algorithmische Feeds würden unsere Aufmerksamkeitsspanne erodieren. Die durchschnittliche Konzentrationsfähigkeit, heißt es oft, liege heute bei acht Sekunden, weniger als die eines Goldfischs.
Der Goldfisch-Vergleich ist ein Internet-Mythos. Er stammt aus einer Marketing-Broschüre von Microsoft Canada (2015), die wiederum auf einer unbelegten Drittquelle beruhte. Es gibt weder einen anerkannten Standardwert für „die Aufmerksamkeitsspanne” noch eine seriöse wissenschaftliche Vermessung des Goldfisch-Gehirns. „Aufmerksamkeit” ist zudem kein einheitliches Konstrukt – Kognitionspsychologen unterscheiden zwischen selektiver, geteilter, exekutiver und Daueraufmerksamkeit, mit jeweils eigenen Messverfahren und Befunden.
Was die methodisch sauberste Evidenz tatsächlich zeigt, widerspricht dem Narrativ der sinkenden Aufmerksamkeitsspanne. Daniel Andrzejewski, Elisabeth Zeilinger und Jakob Pietschnig haben 2024 in Personality and Individual Differences eine cross-temporale Meta-Analyse zur Konzentrationsleistung vorgelegt. Sie haben 287 unabhängige Stichproben aus 32 Ländern über 31 Jahre ausgewertet, alle mit dem standardisierten d2-Aufmerksamkeitstest, ein seit Jahrzehnten der etablierter Test in Schulen, Kliniken und Forschung. Das Ergebnis: einen Flynn-Effekt für Aufmerksamkeit bei Erwachsenen. Die Konzentrationsleistung ist über die Generationen gestiegen, nicht gesunken, parallel zu den bekannten IQ-Anstiegen. Bei Kindern fanden die Autoren keine Verschlechterung der Effektivität, aber höhere Geschwindigkeit bei mehr Fehlern – plausibel erklärt als veränderter Bearbeitungsstil, möglicherweise höhere Impulsivität, jedoch nicht als kognitive Einbuße.
Das ist ein Befund, den fast niemand kennt. Wenn Smartphones die Aufmerksamkeit zerstörten, müsste sich das in den standardisierten Tests zeigen, die in dieser Population über Jahrzehnte millionenfach durchgeführt werden. Es zeigt sich nicht. Es zeigt sich das Gegenteil.
Mythos 2: „Schon das Handy auf dem Tisch macht dumm”
Diese These ist methodisch enger gefasst und gerade deshalb pädagogisch besonders wirkungsvoll. Adrian Ward, Kristen Duke, Ayelet Gneezy und Maarten Bos haben 2017 im Journal of the Association for Consumer Research eine Studie veröffentlicht, deren Befund eine ganze Diskursindustrie geprägt hat: Schon die bloße Anwesenheit eines Smartphones auf dem Tisch – ausgeschaltet, mit dem Bildschirm nach unten – reduziere messbar die kognitive Kapazität, insbesondere bei Personen mit hoher Smartphone-Abhängigkeit. „Brain Drain”, nannten sie den Effekt.
Die Studie wurde über tausend Mal zitiert. Sie taucht in Lehrbüchern auf, in Vorträgen, in Erziehungsratgebern, in Schulkonzepten und in eigenen Produkten, die dieses vermeintliche Problem angehen. Wer heute begründet, warum Handys aus Klassenzimmern oder Sitzungsräumen verbannt werden sollten, beruft sich oft direkt oder indirekt auf Ward et al.
Im Jahr 2022 haben Adrián Ramón Ruiz Pardo und John Paul Minda in Acta Psychologica eine präregistrierte direkte Replikation des zweiten Experiments von Ward et al. durchgeführt. Dieselben Aufgaben (Operation-Span-Task und Go/No-Go-Task), dieselben Bedingungen (Handy auf dem Tisch, in der Tasche, außerhalb des Raums), zusätzlich noch eine Variation Handy ein- versus ausgeschaltet, insgesamt also sechs Bedingungen. Das Ergebnis war eindeutig: kein Effekt. Keine Unterschiede zwischen den Bedingungen, weder beim Working-Memory-Test noch beim Go/No-Go-Test. Die Autoren schlussfolgerten: Die bloße Präsenz eines Smartphones reicht offenbar nicht aus, um die kognitive Leistung zu beeinträchtigen.
Spätere Meta-Analysen und Übersichtsarbeiten bestätigen das Bild. Der Effekt ist über Studien hinweg inkonsistent, es gibt Hinweise auf Publikationsbias, und die robusten Befunde beschränken sich auf Situationen mit aktiven Notifications oder bewusster Beschäftigung mit dem Gerät. Anders gesagt: Wenn das Telefon vibriert, lenkt es ab. Wenn es klingelt, lenkt es ab. Wenn auf dem Display ein Hinweis aufpoppt, lenkt es ab. Damit unterscheidet sich das Handy nicht von Kollegen, die anrufen, von Vögeln, die gegen die Scheibe fliegen oder von Baustellen vor dem Büro.
Aber das ausgeschaltete, stille, abgewandte Gerät, die Vorstellung, dass schon seine physische Präsenz die Intelligenz absenkt, ist empirisch nicht zuverlässig nachweisbar.
Das ist klassische Replikationskrise. Eine prominente Studie liefert einen eingängigen Befund mit großer pädagogischer Anschlussfähigkeit. Der Befund wird zur populären Wahrheit. Die Replikation scheitert weitgehend unbemerkt. Die Original-Behauptung lebt weiter, weil Replikationsfehler keine Schlagzeilen produzieren. Die Geschichte von Ward 2017 ist nicht falsch im Sinn einer Fälschung, sie ist die normale Funktionsweise einer Disziplin, die methodisch fragiler ist, als sie öffentlich auftritt.
Mythos 3: „Social Media bedient das Dopamin-System wie eine Droge”
Das ist der zentrale Topos der Sucht-Erzählung. Er steht im Kern der KGM-Klageschrift, er wird in Talkshows zitiert, er ist die rhetorische Brücke zur Big-Tobacco-Analogie. Und er beruht auf einer fundamentalen Verwechslung.
Dopamin wird bei jeder belohnenden Aktivität ausgeschüttet. Beim Essen, beim Sex, beim Lachen mit Freunden, beim Hören von Lieblingsmusik, beim Lösen eines Sudokus, beim Aufschlagen eines guten Buchs. Das ist die normale Funktionsweise des mesolimbischen Belohnungssystems. Die Aussage „Social Media schüttet Dopamin aus” ist ungefähr so informativ wie „Brot enthält Kohlenhydrate”. Trivial wahr, aber nicht das, was die Aussage in der Debatte suggerieren soll.
Was sie suggerieren soll, ist etwas Spezifisches: dass Social Media abnorm hohe oder suchtartig wirkende Dopaminreaktionen auslöst, vergleichbar mit Kokain oder Glücksspiel. Genau für diese starke Behauptung fehlt die Evidenz weitgehend.
Die meisten populär zitierten Belege stammen aus fMRT-Studien, die Aktivität in Belohnungsregionen des Gehirns messen. Das ist nicht dasselbe wie eine Dopamin-Messung. fMRT misst Sauerstoffverbrauch, nicht Neurotransmitter. Wenn Studien davon sprechen, dass „Belohnungsregionen aktiviert” werden, ist das nicht der direkte Nachweis eines abnormalen Dopaminflusses. Tatsächliche Dopamin-Messungen erfordern nach meinem Verständnis (und hier bin ich, zugebenermaßen kein Experte) Positronen-Emissions-Tomographie mit radioaktiven Tracern, und Studien dieser Art zu Social Media gibt es kaum, weil sie aufwendig und teuer sind.
Was es dafür gibt, sind zwei jüngere, methodisch saubere Studien, die genau diese starke Behauptung präzise getestet haben. Lukas Gunschera und Kolleg*innen aus der Cambridge-Gruppe um Amy Orben haben 2026 in einem präregistrierten Experiment getestet, ob drei etablierte neurokognitive Signaturen klassischer Süchte – Reaktionszeit-Beschleunigung bei suchtbezogenen Reizen, Sensitivierung des dopaminergen Wanting-Systems, Effort-based Decision-Making zugunsten der Substanz – sich bei selbstberichtet exzessiver TikTok-Nutzung nachweisen lassen. Das Ergebnis: keine der drei Signaturen zeigte sich. Und die Bergen Social Media Addiction Scale, die als Goldstandard für die Diagnose einer Social-Media-Abhängigkeit gilt, korrelierte mit keinem der etablierten Marker. Wenn die Skala misst, was sie zu messen vorgibt, müsste sie mit diesen Markern korrelieren. Sie tut es nicht.
Im selben Jahr hat eine Gruppe um H. Shannon eine Studie mit neuromelanin-sensitiver MRT vorgelegt. Diese Methode kann dopaminerge Neurone in der Substantia nigra und im ventralen Tegmentum direkt sichtbar machen und sie ist näher an einer echten Dopamin-Messung als jede fMRT-Studie. Die Befunde zeigen ebenfalls keine substantiellen Auffälligkeiten bei problematischer Social-Media-Nutzung im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Die Sucht-Analogie hat eine rhetorische Quelle, die robust ist: B.F. Skinners Erkenntnisse zur intermittierenden Verstärkung. Skinner zeigte in den 1950er Jahren in Tierexperimenten, dass unregelmäßige Belohnungen stabiler verhaltenssteuernd wirken als regelmäßige. Das ist ein robuster Befund, der seit Jahrzehnten in Casinos angewandt wird. Variable Belohnung funktioniert. Aber daraus folgt nicht, dass alle weiteren neurobiologischen Manipulationsbehauptungen denselben Status haben. Der rhetorische Trick besteht darin, einen robusten Skinner-Befund als Türöffner zu verwenden, um dann eine viel weitergehende Geschichte über präzise Dopamin-Manipulation zu erzählen. Genau diese weitergehende Geschichte halten die neuesten experimentellen Daten nicht.
Was Social Media tut, ähnelt eher anderen sozial-belohnenden Aktivitäten als Kokain. Die Sucht-Analogie ist neurobiologisch nicht gestützt.
Eine kurze Zäsur: Jetzt wird es spekulativer
Bis hierhin habe ich versucht, mich an empirisch klar entscheidbaren Fragen zu halten, soweit ich die entsprechende Literatur überblicke. Die drei Mythen lassen sich mit Studien prüfen, und die Studien sagen, was sie sagen. Im Folgenden bewege ich mich auf weniger festem Terrain. Wenn die Sucht-These nicht hält, was steht dann eigentlich hinter der Vehemenz, mit der Verbote gefordert werden? Warum übernehmen Regierungen weltweit ein Argument, dessen wissenschaftliche Basis so brüchig ist?
Das, was jetzt folgt, ist meine Interpretation, nicht etablierte Wissenschaft. Es ist ein Versuch, eine Erklärung anzubieten, die mir plausibler scheint als die offiziell verlautbarten Gründe. Lesen Sie es als das, was es ist: ein Vorschlag zur Diskussion, kein Befund.
Was Tech-Konzerne wirklich können (und was nicht)
Bevor wir uns den möglichen Alternativerklärungen zuwenden, lohnt ein Blick auf eine Behauptung, die der ganzen Sucht-Erzählung Schwung verleiht: dass Tech-Konzerne präzise psychologische Manipulationswerkzeuge entwickelt hätten. Tristan Harris hat das mit seinem Center for Humane Technology zur Standardgeschichte gemacht, The Social Dilemma hat sie global verbreitet. Das Bild dahinter: Eine kleine Gruppe genialer Verhaltenspsychologen und Neurowissenschaftler in Menlo Park und Mountain View hat das menschliche Belohnungssystem durchschaut und baut Produkte, die unsere Schwachstellen mit chirurgischer Präzision ausnutzen.
Hier wird die Beweislage nun deutlich weicher als bei den drei vorherigen Punkten – es gibt keine sauberen Studien, die diese Behauptung direkt prüfen. Aber es gibt einen indirekten Einwand, der selten gemacht wird und meines Erachtens viel Gewicht hat. Die wissenschaftliche Disziplin, aus der dieses präzise Manipulationswissen kommen soll, ist die Sozial- und Kognitionspsychologie. Und genau diese Disziplin hat in den letzten fünfzehn Jahren reihenweise ihrer prominentesten Befunde nicht replizieren können. Power-Posing, Ego-Depletion, Priming-Effekte mit Wörtern die Alter suggerieren, das Stanford-Prison-Experiment, die Bem-Präkognition – das sind nicht Randbefunde, das sind Säulen einer ganzen Forschungstradition. Karrieren wurden auf ihnen gebaut. Heute gelten viele dieser Befunde als methodische Artefakte oder schlicht als nicht replizierbar.
Wenn die Disziplin nicht einmal verlässlich zeigen kann, dass ein vor dem Test gehaltenes Foto die Risikobereitschaft beeinflusst, wie soll sie dann mit hochpräzisen Methoden ein global süchtig machendes Produkt designen? Das ist nicht rhetorisch gefragt. Die Diskrepanz zwischen behaupteter Manipulationspräzision auf Konzernseite und tatsächlicher Vorhersagekraft der Disziplin ist auffällig.
Drei Differenzierungen muss man hier mitführen, damit der Einwand nicht überzieht.
Erstens, die operante Konditionierung – Skinners Bereich – ist methodisch stabiler als die moderne Sozialpsychologie. Variable Verstärkung funktioniert tatsächlich. Aber das ist ein Befund aus den 1950ern, kein modernes hochauflösendes Manipulationswissen.
Zweitens, A/B-Testing in Echtdaten ist Iteration ohne Theorie. Wenn TikTok fünfzig Varianten seines Empfehlungsalgorithmus parallel testet und schaut, welche die Verweildauer maximiert, dann braucht es dafür keine fundierte Persuasionspsychologie. Es genügt, mit großen Stichproben zu testen, was empirisch funktioniert. Die Konzerne haben Big Data und Iteration. Sie haben kein mechanistisches Verständnis dafür, warum das eine besser funktioniert als das andere.
Drittens, Engagement-Optimierung ist real. Die Plattformen optimieren tatsächlich nachweislich auf Verweildauer und Wiederkehrrate. Die Frage ist nur, ob diese Optimierung dem entspricht, was bei Substanzabhängigkeit passiert. Hier setzen Gunschera und Shannon an, und die Antwort ist: neurobiologisch wahrscheinlich nicht.
Es ergibt sich ein bemerkenswerter ironischer Befund. Die populäre Erzählung kreidet den Konzernen eine Präzision an, die sie aus Marketing- und Investorengründen vielleicht selbst gerne hätten, die sie aber tatsächlich wahrscheinlich gar nicht haben. Es ist eine wechselseitig nützliche Übertreibung. Harris kann seine Karriere als „der eine, der die Maschine durchschaut hat” aufbauen. Die Tech-Konzerne können in Investor-Pitches mit ihrer Engagement-Macht prahlen. Die Politik bekommt einen klaren Bösewicht. Das Publikum bekommt eine eingängige Geschichte, in der die eigene Schwäche im Umgang mit dem Smartphone nicht persönliches Versagen ist, sondern Resultat einer übermächtigen Manipulation. Die Klageschrift im KGM-Verfahren stützt sich übrigens explizit auf interne Meta-Dokumente, die Gehirn-Illustrationen von Neurowissenschaftlern enthalten und Designentscheidungen mit Hinweis auf kindliche Gehirnentwicklung diskutieren. Das ist tatsächlich brisant, aber es ist nicht der Beweis einer wissenschaftlich fundierten Manipulationsmaschinerie. Es zeigt, dass Meta selbst die Sucht-Rhetorik intern bedient hat. Konzerne und Anti-Sucht-Aktivisten profitieren beide davon, das Produkt mächtiger erscheinen zu lassen, als es ist.
Als letzte Anmerkung zu der vermeintlichen Manipulationsfähigkeit der Tech-Konzerne möchte ich noch anführen, dass der Wettbewerb unter diesen extrem stark ist und es diesen Unternehmen trotz großen Investments und Big Data oftmals nicht gelingt, Personen auch zu halten. Myspace und Facebook fallen heute deutlich zurück während Tiktok und Instagram intensiv um User buhlen. Wäre die Manipulation derartig gelungen, raffiniert und effektiv, würde ich persönlich hier weniger Wechsel erwarten.
Coca-Cola und das Geschmacksdesign
Wenn die starke Manipulationserzählung kollabiert, was bleibt? Die Antwort ist erstaunlich einfach. Die Konzerne tun, was Konzerne tun: Sie optimieren ihr Produkt auf Konsumneigung. Das ist kein moralischer Sonderfall, sondern Marktlogik.
Lebensmittelkonzerne machen das seit über einem Jahrhundert. Coca-Cola hat seine Rezeptur mit erheblichem wissenschaftlichen Aufwand auf maximale Attraktivität optimiert – Süße-Säure-Balance, Karbonisierung, Servier-Temperatur, Verpackungsdesign. Howard Moskowitz, ein Sensoriker mit Doktortitel aus Harvard, hat seine Karriere damit gemacht, für Lebensmittelhersteller den „bliss point” zu ermitteln – jenen Punkt auf der Geschmackskurve, an dem die Konsumneigung maximal ist, ohne dass das Produkt überreizt wirkt. Pepsi, Frito-Lay, Kraft, Heinz – alle beschäftigen Teams, die im Grunde dasselbe tun, was Meta tut: ein Konsumgut so gestalten, dass es Konsumneigung maximiert.
Niemand käme auf die Idee, der Rügenwalder Mühle Sucht-Erzeugung im klinischen Sinn zu unterstellen, weil sie ihre veganen Würstchen geschmacklich optimiert. Niemand fordert ein Verbot von Coca-Cola für unter Sechzehnjährige, weil sie gezielt süß und kohlensäurereich gemacht wird. Wir haben einen breiten gesellschaftlichen Konsens, dass Hersteller ihr Produkt attraktiv machen dürfen, und dass Konsumenten selbst entscheiden, wie viel sie davon nutzen.
Bei Social Media wird dieser Konsens anders betrachtet. Und es lohnt zu fragen, warum.
Drei Gegenargumente müssen ehrlich mitdiskutiert werden, weil sie die Analogie verkomplizieren.
Erstens, Werbefinanzierung schafft eine andere Anreizstruktur als der direkte Produktverkauf. Coca-Cola will, dass man eine Cola trinkt und dann zufrieden ist, bzw. später noch eine kauft. Meta will, dass man auf Instagram bleibt, und zwar möglichst lange, weil jede zusätzliche Minute mehr Werbeflächen bedeutet. Das macht Engagement-Optimierung systematisch aggressiver als klassische Produktoptimierung. Bei Cola ist die Marge pro Konsumvorgang fix, bei Meta skaliert sie mit der Verweildauer.
Zweitens, Lebensmittelregulierung gibt es durchaus. Zuckersteuer, Werbebeschränkungen für Kinder, Ampelkennzeichnung, Verbote bestimmter Zusatzstoffe in bestimmten Altersklassen. Die ehrliche Analogie wäre also nicht „bei Cola gibt es keine Regulierung”, sondern „bei beiden gibt es legitime Regulierungsdebatten, die verhältnismäßig und evidenzbasiert geführt werden sollten”. Das ist exakt das Argument aus dem ersten Artikel.
Drittens, die Zeitintensität. Cola-Trinken kostet wenige Minuten am Tag. Social-Media-Nutzung kann mehrere Stunden beanspruchen. Aber – und das ist wichtig – hohe Zeitintensität ist nicht per se ein Suchtmerkmal. Auch Fernsehen, Romane lesen, Brettspielen, Sportausübung, Klavier üben können mehrere Stunden täglich beanspruchen, ohne dass wir das pathologisieren.
Die Analogie hält meiner Meinung nach dennoch. „Hersteller machen ihr Produkt attraktiv” ist die Grundlogik von Märkten. Bei Social Media wird diese Selbstverständlichkeit ausgesetzt. Die Frage ist, warum? Die Antwort liegt nicht in den Daten zur Schädlichkeit. Sie liegt anderswo.
Die Eckige-Fußball-Logik
Wenn die Sucht-These nicht hält, dann ändert sich der argumentative Status der ganzen Debatte. Dann beantwortet man die Frage „Warum verbringen Jugendliche so viel Zeit auf Social Media?” nicht mehr mit „weil sie süchtig sind”, sondern mit „weil es ihnen Spaß macht und ihnen Werte liefert”. Genauso wie sie viel Zeit mit Fußball, Musik, Lesen, Freunden oder Computerspielen verbringen.
Daraus folgt eine politische Konsequenz, die selten ausgesprochen wird. Wer fordert, das Produkt solle für Jugendliche weniger attraktiv gestaltet werden: endless scroll abschaffen, autoplay deaktivieren, like counts entfernen, algorithmische Empfehlung beschneiden. Damit wird de facto gefordert: Bitte gestaltet das Ding so um, dass meine Kinder weniger gerne damit umgehen. Eine Forderung, die in anderen Lebensbereichen befremdlich klingt. „Wir möchten gerne, dass der Fußball für unsere Kinder eckig ist, damit das Spielen weniger Spaß macht.” Klingt absurd. „Wir möchten gerne, dass die Bücher, die Jugendliche lesen, langweiliger sind, damit sie weniger lesen.” Auch absurd. „Wir möchten gerne, dass Social Media weniger attraktiv ist.” Klingt plötzlich vernünftig. Warum?
Eine wichtige Differenzierung muss man hier vornehmen. Es gibt zwei Kategorien von Designeingriffen, die in der Debatte oft zusammengeworfen werden.
Die erste Kategorie sind Sicherheits-Features. Bessere Reportingmechanismen, Beschränkungen für Direktnachrichten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen, Privatsphäre-Voreinstellungen für Jugendaccounts, Schutz vor Predator-Zugang. Das sind im Grunde Schutzmaßnahmen, analog zu Sicherheitsgurten im Auto. Sie machen das Produkt nicht weniger spaßig, sondern sicherer. Diese Forderungen sind verhältnismäßig und gut zu rechtfertigen.
Die zweite Kategorie ist Attraktivitäts-Reduktion. Das ist die Eckige-Fußball-Logik. Hier wird nicht die Sicherheit erhöht, hier wird die Spaßmaschine entkalibriert. Und für diese Forderung braucht es eine substanzielle Begründung – die Sucht-These war diese Begründung. Wenn sie wegfällt, bleibt eine Forderung übrig, die explizit gemacht werden müsste: Wir finden, dass Jugendliche zu viel Spaß mit dem falschen Spielzeug haben.
Drei Gegenargumente sind hier ernst zu nehmen. Das Geschäftsmodell-Argument – Nutzer als Produkt versus Spaß-Logik – haben wir oben diskutiert. Das Informationsasymmetrie-Argument: Ein Kind versteht ungefähr, was Fußball mit ihm macht, versteht aber nicht, wie ein Algorithmus seine Aufmerksamkeit lenkt. Das stimmt, gilt aber für viele andere Produkte ebenfalls, z.B. Lebensmittel mit komplexen Zusatzstoffen, Versicherungen, Pharmazeutika. Wir lösen diese Probleme normalerweise mit Transparenz und Information, nicht mit Verboten der attraktiven Eigenschaften. Das Vulnerabilitäts-Argument: Minderjährige bräuchten besonderen Schutz. Das ist die stärkste Verteidigung. Hier wird häufig auf das Argument verwiesen, das menschliche Gehirn sei „erst mit 25 fertig entwickelt” – insbesondere der präfrontale Kortex, der Impulskontrolle steuere. Daraus wird dann eine umfassende Schutzlogik abgeleitet. Das Argument hat einen wahren Kern – die Hirnreifung verläuft tatsächlich bis ins frühe Erwachsenenalter – aber es ist in der populären Verwendung stark überdehnt. Wenn das Gehirn erst mit 25 fertig wäre und vorher keine verantwortungsvolle Konsumentscheidungen erlauben würde, müssten wir konsequent das Wahlalter, die Strafmündigkeit, das Recht auf Vertragsabschlüsse, den Führerschein und vieles andere auf 25 anheben. Tun wir nicht. Das Argument wird sehr selektiv angewendet, nämlich dort, wo es eine ohnehin gewünschte Regulierung stützt. Und selbst wenn man es ernst nimmt: Wenn wir akzeptieren, dass Erwachsene Social Media nach Belieben nutzen dürfen, weil es ihnen Spaß macht, dann sagen wir implizit, dass das Produkt für Erwachsene unproblematisch ist. Warum sollte es dann für Sechzehnjährige fundamental anders sein? Die Antwort kann nicht „weil sie noch keine achtzehn sind” lauten – das ist Zirkelschluss. Sie muss substanziell sein. Und genau hier wird es dünn.
Im Bereich Social-Media diskutieren wir gerade noch nichtmal, den Fußball eckig zu machen, sondern ihn für Kinder und Jugendliche bis 14, teilweise sogar bis 16, komplett zu verbieten und das landesweit. Das ist nochmal eine ganz andere Eskalation, die meiner Meinung nach eine robustere Befundlage benötigt und, wie im ersten Artikel beschrieben, eine ausführliche Diskussion der Präventionslogik mit Abwägung der Einschränkung von Grundrechten, sowohl für Jungedliche als auch potentiell für Erwachsene, beeinhalten muss.
Darüber hinaus steckt hinter der Eckige-Fußball-Logik eine philosophische Annahme, die selten benannt wird. Sie lautet ungefähr: Vergnügen muss einen externen Zweck haben, um legitim zu sein. Fußball gilt als wertvoll, weil er Bewegung, Sozialisation und Teamfähigkeit produziert. Lesen gilt als wertvoll, weil es bildet. TikTok gilt als problematisch, weil es nur Spaß macht.
Diese Annahme hat eine sehr alte Tradition. Aristoteles unterschied zwischen eudaimonia, dem aus tugendhafter Tätigkeit fließenden Vergnügen, und bloßer hedone, dem reinen sinnlichen Vergnügen. Die ganze westliche Pädagogik bis ins 19. Jahrhundert war von dieser Hierarchie geprägt: Wertvolles Vergnügen ist solches, das produktiv ist, das bildet, das den Menschen besser macht. Bloßes Vergnügen, das nur Vergnügen ist, gilt als verdächtig.
Jeremy Bentham hat dem im frühen 19. Jahrhundert widersprochen mit dem berühmten Satz, push-pin – ein damals populäres Kinderspiel – sei genauso wertvoll wie Poesie, wenn beides dieselbe Quantität an Vergnügen produziere. John Stuart Mill hat versucht, die Hierarchie zu retten mit der Unterscheidung zwischen höheren und niederen Vergnügen. In der Smartphone-Debatte sind wir implizit alle Mill-Anhänger. Wir akzeptieren, dass es höhere und niedere Vergnügen gibt, und dass TikTok zu den niederen gehört. Aber wir machen das nie explizit. Wenn wir es explizit machten, könnte sich zeigen, dass diese Hierarchie eine Wertposition ist, keine empirische Tatsache.
Das ist ein anderer ethischer Rahmen als der, der in der Debatte beansprucht wird. Die Anxious-Generation-Erzählung argumentiert vordergründig hedonistisch: Social Media macht unglücklich, also reguliert es. Aber wenn man die Wirkung tatsächlich misst, ist der hedonistische Schaden klein – die Burnell-Meta-Analyse fand g = 0,17, unterhalb der Schwelle praktischer Bedeutsamkeit. Was tatsächlich getrieben wird, ist nicht ein Mehrwert an Glück, sondern eine Veränderung dessen, womit Jugendliche ihre Zeit verbringen. Es geht nicht darum, sie glücklicher zu machen. Es geht darum, sie auf das richtige Vergnügen zu lenken. Das ist nicht Hedonismus, das ist Perfektionismus – und Perfektionismus sollte als das benannt werden, was er ist.
Bourdieus Smartphone
Wenn die Sucht-These nicht trägt und die Eckige-Fußball-Logik eine implizite Wertposition voraussetzt, dann stellt sich die Frage: Wessen Wertposition?
Pierre Bourdieu hat 1979 in Die feinen Unterschiede eine Antwort geliefert, die seither soziologisches Standardwissen ist. Geschmacksurteile, schrieb er, sind immer auch Klassenurteile. Was als „hohe” Kultur gilt, ist nicht objektiv hochwertiger als „niedere” Kultur, sondern es ist die Kultur derjenigen, die definieren dürfen, was hochwertig ist. Geschmack ist die naturalisierte Form sozialer Distinktion.
Wendet man das auf die Smartphone-Debatte an, ergeben sich unbequeme Parallelen. Was als „Sucht” markiert wird, ist oft strukturell identisch mit dem, was bei Mitgliedern höherer Klassen als „Interesse”, „Hobby” oder „Leidenschaft” gilt – nur mit anderen Inhalten. Der Teenager mit drei Stunden TikTok täglich gilt als süchtig. Der Pensionär mit drei Stunden Tagesschau, heute-journal und Talkshows gilt als informiert. Die Vierzehnjährige, die ihrer Lieblings-Influencerin folgt, gilt als parasozial gestört. Der Sechzigjährige, der das Werk Thomas Manns in Detailforen diskutiert, gilt als gebildet.
Nicht alle dieser Unterscheidungen sind willkürlich. Es gibt sinnvolle Differenzierungen zwischen aktiver und passiver Mediennutzung. Aber die Linien, die wir ziehen, decken sich mit verdächtiger Regelmäßigkeit mit Klassengrenzen. Bildungsbürgerliche Medienpraxis wird kulturell aufgewertet, populäre Praxis wird pathologisiert. Jonathan Haidt selbst, dessen Erzählung wir diskutieren, schreibt aus einer ganz bestimmten Position als Professor an der NYU, obere amerikanische Mittelschicht, eigene Kinder bewusst von TikTok ferngehalten. Das ist keine Diffamierung, er hat seinen Standpunkt offengelegt. Aber es ist ein Standpunkt.
Peter Gray, ein Entwicklungspsychologe am Boston College, hat den Punkt einmal so formuliert: Social Media bietet einen bequemen Sündenbock. Wenn wir akzeptieren, dass Bildschirmzeit nicht der Hauptverursacher der mentalen Gesundheitskrise ist, sind wir gezwungen, uns härteren strukturellen Problemen zuzuwenden. Der Schulrealität zum Beispiel. Wenn man Jugendlichen TikTok wegnimmt, lesen sie nicht plötzlich Schiller. Sie sitzen in derselben Schule mit denselben Strukturen, demselben Lehrermangel, derselben unterfinanzierten Schulpsychologie. Über zwölf Jahre verbringen sie den Großteil ihrer Wachzeit in Institutionen, die ihre Zeit, Aufmerksamkeit und Bewertung kontrollieren. Social Media ist die Domäne, in der sie selbst entscheiden. Verbote, die diese Freiräume weiter beschneiden, ohne die Schulrealität zu ändern, verschärfen die Asymmetrie zwischen aufgezwungener und selbstgewählter Zeit.
Haidts vergessene Hälfte
An dieser Stelle wird die Argumentation interessant, weil sie einen unerwarteten Bundesgenossen findet: Jonathan Haidt selbst.
In der deutschen Rezeption wird The Anxious Generation fast immer als Smartphone-Buch gelesen. Das ist eine Verkürzung. Haidt hat in dem Buch keine Ein-Faktoren-These vertreten, sondern eine Zwei-Faktoren-These. Der erste Faktor, chronologisch und in seiner eigenen Darstellung, ist nicht das Smartphone, sondern der Rückgang der unbeaufsichtigten Kindheit seit den 1980er Jahren.
Im Hard-Fork-Podcast der New York Times im März 2024 hat Haidt es selbst so formuliert: „My story is not a simpleminded story about it being all smartphones and social media. It’s actually a two-part story about the decline of the play-based childhood, where we cracked down on free play from the 1980s, the milk cartons, the abducted children, all that stuff. We don’t let our kids out. So we reduce what they need, which is free play with each other, from the ‘80s through about 2010, and then we bring in the phone-based childhood, the great rewiring.”
Haidts zentrale Formel lautet „overprotection in the real world and underprotection in the virtual world”. Seine vierte „foundational reform” lautet entsprechend: „Far more unsupervised play and childhood independence.” Drei seiner vier Hauptforderungen betreffen Smartphone-Beschränkungen. Eine betrifft Eltern – und das ist die, die fast nie aufgegriffen wird.
Im September 2025 haben Haidt und Zach Rausch auf ihrem eigenen Blog After Babel eingeräumt, dass die Play-Hypothese in der öffentlichen Debatte fast keine Aufmerksamkeit erhalten hat. „Unlike the debates over phones and social media”, schreiben sie, „this part of the book has faced essentially zero pushback. Nobody that we know of has doubted the importance of free play for healthy childhood development.” Das ist eine bemerkenswerte rhetorische Spitze. Niemand widerspricht, weil niemand prüft. Die Smartphone-These wird heftig kritisiert. Die Play-These wird ignoriert.
Warum?
Die Antwort hat mit politischer Anreizstruktur zu tun. Smartphone-Verbote sind teuer für Tech-Konzerne und unbequem für Jugendliche, aber billig für Eltern und Politik. Mehr unbeaufsichtigte Kindheit wäre billig für Tech-Konzerne, aber teuer für Eltern, die Kontrolle aufgeben müssten. Sie wäre teuer für Schulen, die mehr Pausen und weniger Ganztag bräuchten. Sie wäre teuer für den städtebaulichen Konsens, der mehr Verkehrsberuhigung und mehr Spielräume erfordern würde. Und sie wäre teuer für die mediale Sicherheits-Erzählung, die seit Jahrzehnten von Geschichten über Entführungen und Missbrauch lebt. Die Politik wählt konsequent die Reform, die Verantwortung von Eltern, Schulen und Politik wegschiebt – auf die Plattformen.
Das ist eine bemerkenswerte Inkonsistenz. Eltern, die Smartphone-Verbote fordern, fordern selten gleichzeitig, dass ihre Zehnjährigen wieder unbeaufsichtigt durchs Viertel ziehen, dass Kinder mit Freunden zum Bach laufen oder dass Siebenjährige alleine mit dem Bus zur Großmutter fahren. Aber genau das wäre Haidts Forderung, wenn man ihn vollständig läse.
Die empirische Diagnose ist dabei verblüffend gut belegt – nur eben nicht in die Richtung, die die populäre Erzählung suggeriert. Mehrere Studien zur Zeit-Allokation in Familien zeigen: Berufstätige Eltern verbringen heute mehr Zeit mit ihren Kindern als ihre eigenen, oft nicht berufstätigen Mütter in den 1960er Jahren. Sandra Hofferth und John Sandberg haben das für die USA dokumentiert, Giulia Dotti Sani und Judith Treas haben es 2016 im Journal of Marriage and Family für elf westliche Länder über fünfzig Jahre repliziert. Die Zeit, die Eltern aktiv mit ihren Kindern verbringen, ist zwischen 1965 und 2012 in fast allen Industriestaaten gestiegen, am stärksten bei höher gebildeten Müttern. Für Deutschland zeigen Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel und vom Deutschen Jugendinstitut ähnliche Muster. Parallel ist die unbeaufsichtigte Zeit der Kinder dramatisch zurückgegangen – weniger freies Spielen, mehr durchstrukturierte Aktivitäten, weniger unbeaufsichtigte Außenzeit.
In den USA ist dieser Wandel besonders extrem ausgeprägt – und das lohnt zu betonen, weil Haidt aus diesem Kontext schreibt. Lenore Skenazy, eine New Yorker Journalistin, schrieb 2008 eine Kolumne darüber, wie sie ihren neunjährigen Sohn alleine mit der U-Bahn nach Hause fahren ließ. Sie wurde daraufhin von Morgenshows zu Morgenshows gereicht und als „America’s Worst Mom” beschimpft. Aus dieser Erfahrung entstand die Free-Range-Kids-Bewegung – und parallel eine Reihe von Fällen, in denen US-Eltern tatsächlich von der Polizei angezeigt oder in Custody-Verfahren verwickelt wurden, weil ihre Kinder alleine zu Fuß zur Schule gingen, alleine im Park spielten oder kurz alleine im Auto warteten. Es gab Eltern, die Anzeigen wegen Vernachlässigung bekamen, weil ihre Zehnjährigen alleine zwei Häuserblocks weit gelaufen waren. Was in meiner Jugend in den 80ern noch selbstverständlich war – „komm nach Hause, wenn die Straßenlaternen angehen” –, ist in weiten Teilen der USA heute strafbar oder zumindest sozial geächtet. In Deutschland sind wir glücklicherweise noch nicht so weit, aber die Tendenz ist erkennbar: Auch hier werden Kinder seltener alleine zur Schule geschickt, seltener alleine zum Spielplatz gelassen, seltener mit dem offenen „komm bei Dunkelheit zurück” in die Freizeit entlassen. Die Diagnose, dass unbeaufsichtigte Kindheit verschwindet, gilt in den USA in einem dramatischeren Sinn als bei uns – und genau dort entstand Haidts erste Beobachtung.
Hier verbindet sich die Play-Hypothese mit der Bourdieu-Argumentation. Die Reduktion unbeaufsichtigter Kindheit ist nicht gleichmäßig verteilt. Sie ist stark klassengebunden, mit dem stärksten Rückgang in der Bildungsmittelschicht. Bildungsbürgerliche Eltern haben am konsequentesten auf eine durchstrukturierte, betreute, gefördert-überwachte Kindheit umgestellt – aus pädagogischer Überzeugung, aus Statusgründen, aus der Logik dessen, was Bourdieu cultivation habitus nannte. Arbeiterkinder haben oft mehr unbeaufsichtigte Zeit, nicht aus pädagogischer Programmatik, sondern aus ökonomischer Notwendigkeit.
Wenn Haidts Play-These stimmt, dann produziert die bildungsbürgerliche Erziehungskultur einen erheblichen Teil dessen, was sie heute als Krise diagnostiziert. Und sie sucht den Schuldigen dann in jener Sphäre, in der ihre Kinder Autonomie suchen – beim Smartphone.
Wer Haidt selektiv liest, kommt zu Forderungen, die Haidt selbst so gar nicht stellt. Die deutsche Debatte importiert nicht Haidts These – sie importiert die für Erwachsene bequemste Hälfte davon.
Das politische Risiko
Eine durch Geschmacksurteile getriebene Regulierung, die als Gesundheitsdebatte verkleidet ist, trifft die Zielgruppe besonders hart, die sie zu schützen vorgibt. Jugendliche aus Familien, die weniger kulturelles Kapital weitergeben können und für die digitale Räume die wichtigste Eigenkultur sind, verlieren Zugänge, die wohlhabendere Jugendliche durch Klavierunterricht, Reisen und gut ausgestattete Häuser kompensieren können.
LGBTQ+-Jugendliche in feindseligen Umgebungen, geographisch isolierte Jugendliche, Kinder aus prekären Familienverhältnissen – für diese Gruppen ist Social Media oft eine Lifeline, keine Pathologie. Im ersten Artikel habe ich auf die rumänische Studie von Alexandra Maftei und Kolleg*innen verwiesen, die während der Pandemie zeigen konnte: Social Media sagte das Wohlbefinden von Jugendlichen positiv vorher, nicht negativ. Während der Lockdowns war Social Media das, was Forschung und Medien damals zu Recht „Lifeline” nannten. Das Narrativ hat sich seither um 180 Grad gedreht, ohne dass sich die Evidenz entsprechend verändert hätte.
Eine Politik, die unter dem Banner des Jugendschutzes pauschale kulturelle Präferenzen durchsetzt, schadet vor allem denjenigen, die sie zu helfen vorgibt. Das ist keine theoretische Sorge, das ist die wahrscheinliche empirische Konsequenz pauschaler Altersgrenzen.
Was bleibt
Drei Mythen, drei klare Befunde und eine plausible Interpretation:
Aufmerksamkeitsspannen werden nicht kürzer – die methodisch sauberste Evidenz zeigt einen Flynn-Effekt für Aufmerksamkeit bei Erwachsenen.
Der Brain-Drain-Effekt durch bloße Handy-Präsenz ist in präregistrierter Replikation nicht reproduzierbar.
Die neurokognitive Sucht-Analogie zu Substanzen wird durch die neuesten experimentellen Daten – Gunschera 2026, Shannon 2026 – nicht gestützt.
Und plausibel, wenn auch nicht hart belegt: Die behauptete Manipulationspräzision der Tech-Konzerne ist angesichts der Replikationskrise der Sozialpsychologie unwahrscheinlich. Die Konzerne haben Big Data und Iteration, nicht ein präzises Manipulations-Toolkit.
Was bleibt, ist anderes: Plattformen, die ihr Produkt auf Engagement optimieren, in einem Markt, der das belohnt, ähnlich wie Lebensmittelkonzerne ihre Produkte auf Geschmack optimieren. Eine Jugend, die Social Media bevorzugt, weil es Spaß macht und Selbstbestimmung erlaubt, in einer Welt, in der unbeaufsichtigte analoge Räume immer knapper geworden sind. Und eine bildungsbürgerliche Debatte, die diese Präferenz pathologisiert, weil sie die eigenen kulturellen Hierarchien reproduziert.
Das KGM-Urteil als Schlussbild: Eine Jury hat juristisch festgestellt, was die Wissenschaft nicht zeigen kann. Die Erzählung ist mächtig genug, ohne empirische Grundlage Recht zu sprechen. Das ist nicht der Triumph, als der das Urteil gefeiert wird. Es ist eine Warnung. Eine wissenschaftlich fragile Geschichte bekommt institutionelle Autorität, bevor sie wissenschaftlich bestätigt ist. Andere Institutionen folgen, Gesetzgeber in Australien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Dänemark, und vermutlich bald auch Deutschland.
Wenn es wirklich um Jugendgesundheit geht, sollten wir über Lehrermangel sprechen, über Schulpsychologie, über ökonomische Unsicherheit, über fragmentierte Familien, über die Erschütterungen nach den Pandemiejahren. Wenn es um Plattform-Geschäftsmodelle geht, sollten wir über den Digital Services Act sprechen, über Wettbewerbsrecht, über Werberegulierung, über Datenschutz. Wenn es um eine erwachsene Sorge um die Mediennutzung der eigenen Kinder geht, sollten wir das so benennen.
Was wir tun sollten, ist nicht das Smartphone für die fundamentalen Schwierigkeiten unserer Gegenwart verantwortlich machen. Das ist eine bequeme Geschichte, aber eine Geschichte, deren wissenschaftliche Grundlage dünn, deren Klassendimension unausgesprochen und deren politische Anreizstruktur durchsichtig ist. Wir können das besser.
Literatur
Andrzejewski, D., Zeilinger, E. L., & Pietschnig, J. (2024). Is there a Flynn effect for attention? Cross-temporal meta-analytical evidence for better test performance (1990–2021). Personality and Individual Differences, 216, 112417.
Bourdieu, P. (1982). Die feinen Unterschiede. Suhrkamp. (Original 1979)
Burnell, K., Meter, D. J., Andrade, F. C., Slocum, A. N., & George, M. J. (2025). The effects of social media restriction: Meta-analytic evidence from randomized controlled trials. SSM – Mental Health, 7, 100459.
Dotti Sani, G. M., & Treas, J. (2016). Educational Gradients in Parents’ Child-Care Time Across Countries, 1965–2012. Journal of Marriage and Family, 78(4), 1083–1096.
Gunschera, L. J., Mehrhof, S. Z., Veith, C., Ong, E., Davidson, B. C., Vuorre, M., Nord, C. L., & Orben, A. (2026). Does social media use show established neurocognitive signatures of addiction? Preprint.
Haidt, J. (2024). The Anxious Generation: How the Great Rewiring of Childhood is Causing an Epidemic of Mental Illness. Penguin.
Haidt, J. & Rausch, Z. (2025, 22. September). Free Play and Mental Health: What We Know, What We Don’t. After Babel.
Hofferth, S. L., & Sandberg, J. F. (2001). How American Children Spend Their Time. Journal of Marriage and Family, 63(2), 295–308.
Maftei, A., Merlici, I.-A., & Dănilă, O. (2023). Social media use as a coping mechanism during the COVID-19 pandemic. Frontiers in Public Health, 10, 1062688.
Murray, C. (2012). Coming Apart. Crown Forum.
Putnam, R. D. (2000). Bowling Alone. Simon & Schuster.
Ruiz Pardo, A. C., & Minda, J. P. (2022). Reexamining the „brain drain” effect: A replication of Ward et al. (2017). Acta Psychologica.
Shannon, H. et al. (2026). Testing Dopaminergic Markers of Problematic Social Media Use Using Neuromelanin-Sensitive MRI. Psychiatry Research: Neuroimaging.
Skenazy, L. (2009). Free-Range Kids: How to Raise Safe, Self-Reliant Children (Without Going Nuts with Worry). Jossey-Bass.
Social Media Victims Law Center (2024). Master Complaint, Carol Todd et al. v. Meta Platforms et al. Superior Court of California, County of Los Angeles.
Ward, A. F., Duke, K., Gneezy, A., & Bos, M. W. (2017). Brain Drain: The Mere Presence of One’s Own Smartphone Reduces Available Cognitive Capacity. Journal of the Association for Consumer Research, 2(2), 140–154.


Ich denke, Haidts Buch und die Dopamin-These sind deshalb so erfolgreich, weil sie etwas bestätigen, das viele Menschen an sich selber und bei ihren Kindern feststellen: Sie haben immer mehr Mühe sich länger auf etwas zu konzentrieren, scrollen stundenlang durch ihren Feed, vernachlässigen soziale Kontakte etc. Gerade auch diese Erfahrung, dass man sich vornimmt, heute nicht zu lange Zeit auf Tiktok oder Instagram zu verbringen und plötzlich ist es 01:00 Uhr, man hat fünf Stunden Videos geschaut, kann sich aber an keines erinnern und fühlt sich schlecht. Dieses Erlebnis ist zumindest subjektiv schon deutlich näher dran an einem Drogenrausch als an einem Fussballspiel mit Freunden. Ich und auch grosse Teile meines Umfelds haben diese Erfahrungen gemacht, und das Internet ist voll von solchen Berichten. Menschen tun sich bekanntlich schwer damit, wissenschaftliche Erkenntnisse zu akzeptieren, die ihrer eigenen Wahrnehmung widersprechen. Andererseits stellt sich natürlich die Frage, ob eventuell auch die Methodiken unzureichend sind, um das Phänomen zu erfassen. Der d2 Test misst z.B. eine sehr spezifische Art der Aufmerksamkeit: man ist in einer Prüfungssituation und hat 4 Minuten und 40 Sekunden Zeit. Der Test misst also nicht die Länge der Aufmerksamkeitsspanne, sondern wie gut man sich in einer kurzen Zeitspanne konzentrieren kann. Womit die meisten Menschen jedoch Mühe haben, ist nicht, kurze Zeit hoch konzentriert zu sein, sondern einen längeren Text zu lesen oder einen Film zu schauen, ohne dauernd auf das Smartphone zu blicken.
"Damit unterscheidet sich das Handy nicht von Kollegen, die anrufen, von Vögeln, die gegen die Scheibe fliegen oder von Baustellen vor dem Büro." Wenn man beim Smartphone die Benachrichtigungen nicht bewusst ausschaltet, erhält man pro Stunde unzählige Benachrichtigungen. Falls sich vor Ihrem Fenster die toten Vögel stapeln sollten, wäre es Zeit für einige dieser schwarzen Vogel-Sticker. Und Baustellenlärm rund um die Uhr über Jahre wäre tatsächlich ein ziemliches Problem für die Produktivität und das Wohlbefinden. Dass das Handy ausgeschaltet nicht den behaupteten Effekt zeigt, ändert nicht wirklich etwas am Grundproblem.
Noch zu Ihrem Vergleich mit Nahrungsmitteln: "Niemand käme auf die Idee, der Rügenwalder Mühle Sucht-Erzeugung im klinischen Sinn zu unterstellen, weil sie ihre veganen Würstchen geschmacklich optimiert." Das stimmt so nicht. Es gibt durchaus einige Forschende, die davon ausgehen, dass Lebensmittel im klinischen Sinn süchtig machen können z.B. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3171738/. "Niemand fordert ein Verbot von Coca-Cola für unter Sechzehnjährige, weil sie gezielt süß und kohlensäurereich gemacht wird." Nicht Coca-Cola, aber Red Bull: https://www.tagesanzeiger.ch/angstzustaende-und-schlaflosigkeit-parlamentarier-wollen-red-bull-fuer-junge-verbieten-520344165187
"Die Vierzehnjährige, die ihrer Lieblings-Influencerin folgt, gilt als parasozial gestört. Der Sechzigjährige, der das Werk Thomas Manns in Detailforen diskutiert, gilt als gebildet." Würden Sie demnach auch sagen, dass ein Literaturstudium im Grunde das Gleiche ist, wie 5000 Stunden Influencer-Livestreams zu schauen?
Jetzt möchte ich gerne nochmal schreiben und Ihnen Rückmeldung geben. Hochachtung davor, wie Sie solche Texte hinbekommen. Das ist doch mehr als Hobby, oder? 😎
Wie können Sie die Lebenszeit dafür freischaufeln? Mein letzter Text, den ich verfasst habe, ist > 10 Jahre her und an dem habe ich wochenlang geschrieben…
Zwei Gedanken, die mich schon weiterhin beschäftigen: Es gab mal einen TED-Talk, da hat jemand aufgezeigt, wieviele Lebensjahre wir vor dem Smartphone verbringen, wenn wir am Tag damit zwei oder vier Stunden damit umgehen. Bei vier Stunden 25 % der Wachzeit im Leben.
Da würde ich dann doch gerne sinnvolleres tun, für mich und/oder andere Menschen. Aber klar, Geschmackssache. „Das“ Smartphone klaut mir jedenfalls viel von der früheren Buchlesezeit und meine persönliche Evidenz ist, dass ich schon massive Schwierigkeiten habe, davon wegzukommen. MÜsdte dann aber auch auf das Lesen so toller Artikel wie von Ihnen verzichten… 😊
Zweiter Punkt: Andrian Kreye hat in seinem Buch über die kurze Geschichte der Digitalisierung den geringeren Produktivitätszuwachs der letzten ca. 10 Jahre in Zusammenhang gebracht mit dem massiven Anstieg der Smartphonenutzung. Wieviele Millionen Stunden verbringt eine Gesellschaft vor diesem Gerät und der dabei meistgenutzten Software? INsta? TikTok..
Da wurden die Kundenbedürfnisse schon sehr genau erfasst und befriedigt.. 🤪